Aktuelle Einsätze 2018

09.12.2018 - 11:43 Uhr
THL - Baum auf Straße
St. Gallener Straße


09.12.2018 - 10:30 Uhr
THL - Baum auf Gebäude
Lessingstraße


09.12.2018 - 08:02 Uhr
THL - Sicherung
Schumacherring


 

ALLE EINSÄTZE 2018

Anschauen - Mitmachen!

Mitmachen! Mail an info@ff-kempten.de

Ihre Feuerwehr vor Ort

Löschgruppe 11 Löschgruppe 13 Löschgruppe 15 Löschgruppe 14 Hauptwache Löschzug 4 Löschzug 3

Chronik

1855

Im Jahre 1855 erließ der Stadtmagistrat auf Veranlassung der königlich-bayerischen Regierung einen Aufruf zum freiwilligen Feuerwehrdienst, damit eine organisierte Löschhilfe aufgebaut werden konnte, die bisher nur von den Handwerkszünften ausgeübt worden war.

1856 - 1857

Mitglieder des im Jahre 1850 gegründeten und wegen der Gefahr der Verbreitung freiheitlicher Ideen aufgelösten Turnvereins benützten diesen Aufruf zum Zusammenschluß und gründeten am 5. Juli 1856 das Steigerkorps. 15 Turner und 28 neue Mitglieder bildeten dieses Steigerkorps und damit die erste "Freiwillige Feuerwehr Kempten". Im Jahre 1857 erweiterte sich das Steigerkorps um ein Rettungskorps.

1858

Ab 1858 nannten sich beide Korps zusammen "Turner-Feuerwehr-Verein Kempten", der sich durch Bildung von Spritzenkompanien erweiterte.

1864 - 1874

Im Jahre 1864 wurde diesem Verein eine Pflichtfeuerwehr angegliedert und 1874 mit den Feuerwehren des Bezirksamtes Kempten der Bezirksfeuerwehrverband Kempten gegründet.  Die Beschaffung der für den Feuerwehrdienst  erforderlichen Geräte erfolgte durch die Stadt.  Der Feueralarm, der anfänglich durch Anschlagen der Glocken von St. Mang und St. Lorenz sowie durch Hornisten und Tamboure erfolgte, erfuhr erstmals 1872 eine Vebesserung dadurch, daß der Turmglockenalarm elektrisch ausgelöst wurde. Diese Einrichtung kostete den für die damalige Zeit hohen Betrag von 5500 Gulden.Handdruckpumpe pferdebespannbar  Es gab nur Handdruckspritzen ohne Fahrgestell, die auf das Stadtgebiet verteilt waren. Als große Verbesserung wurde bereits erachtet, als die zweirädrigen Abprotzspritzen, von der Mannschaft  befördert, vier Räder erhielten und pferdebespannbar gemacht wurden, so daß die Mannschaft nicht mehr völlig erschöpft am Brandplatz ankam.  Die erste mechanische Ausziehleiter wurde 1873 aus Nürnberg bezogen; diese Leiter war noch sehr kompliziert und schwer zu bedienen.

1875 - 1876

Die Löschwasserversorgung erfolgte durch Holzrohrleitungen (Holzdeicheln), in die sogenannte Feuergeschäle eingebaut waren. In diese ließ man das Stauwasser einlaufen, welches dann mit Spritzen zu Löschzwecken herausgeholt wurde. 1875/1876 wurden diese hölzernen Wasserleitungen durch gußeiserne Rohre ersetzt, in die Unterflurhydranten eingebaut waren.

1881

Im Jahre 1881 wurde das 25-jährige Bestehen des Vereins festlich begangen.

1882 - 1889

Verschiedenen Anregungen folgend, wurde 1882 im Turner-Feuerwehr-Verein ein Samariterunterricht eingeführt. Aus dieser Einrichtung wurde im Jahre 1889 die "Freiwillige Sanitätskolonne Kempten" ins Leben gerufen, mit der die Wehr seit dieser Zeit kameradschaftlich verbunden geblieben ist.

1894

Erst im Jahre 1894 erfolgte ein grundlegend besserer Ausbau des Alarms durch Feuermelder, Feuertelefone und einer Weckerlinie mit einem Aufwand von 30000 Mark.

Der Turner-Feuerwehr-Verein Kempten war in der Weise aufgebaut, daß 1. und 2. Vorstand den Verein führten; für den Feuerwehrdienst waren 1 Kommandant, 1 Steigerhauptmann, 2 Obersteiger, 6 Spritzenhauptleute, 1 Demolierhauptmann und 1 Zeugwart bestellt. Für diese Dienstgrade wurden jeweils angesehene Bürger gewählt. In organisatorischer Beziehung erfuhr der Turnverein eine erfreuliche fortschrittliche Entwicklung.

Das Nebeneinander mit der Pflichtfeuerwehr und deren verschiedenartigen Aufgaben führte zu Reibungen. Um dies zu beheben und den Turnverein von den Aufgaben des Feuerwehrdienstes zu entlasten, wurde die Pflichtfeuerwehr aufgehoben, die Trennung im Turnverein durchgeführt und am 11.Juni 1894 ein eigener Verein für den Feuerwehrdienst ins Leben gerufen. 240 Mitglieder entschieden sich für den Feuerwehrdienst, wobei sich die Stärke durch Neumeldungen auf 450 erhöhte. Die Beziehungen zwischen Turnverein und Freiwilliger Feuerwehr blieben auch in der Folgezeit bis zum heutigen Tage die allerbesten. Der als begeisterter Turner bekannte Louis Stiehle wurde der erste Kommandant und führte die Wehr in vorbildlicher Weise bis zu seinem Ableben.

1901 - 1905

    In den Jahren 1901 bis 1905 wurde die Hochdruck-Wasserleitung gebaut, die den damaligen Erfordernissen entsprach.

1906

Am 4. und 5. August 1906 konnte die Wehr das 50jährige Bestehen festlich begehen. Durch eine Festschrift wurde die Entwicklung der Wehr im einzelnen aufgezeichnet.

1914 - 1919

Am 22. April 1914 wurde im Gasthaus "Zum Schwanen" in der Bäckerstraße ein eigener Löschzug gegründet, der mit Errichtung einer eigenen Weckerlinie das erste Ausrücken im Alarmfall übernahm, so daß die Auslösung des Großalarmes weitgehend eingeschränkt werden konnte. Führer des neu entstandenen Löschzuges waren Bauamtmann Loy und Geschäftsmann Pfister.  Im Ersten Weltkrieg wurden an die Wehr erhöhte Anforderungen gestellt. Bei Ausbruch des Krieges und in dessen Verlauf wurden zahlreiche Wehrmänner einberufen. Gleichzeitig übernahm die Wehr zusätzliche Aufgaben; so am Anfang den Wach- und Sicherheitsdienst und während des Krieges den Ordnungsdienst bei Verwundetentransporten.  Die Jahre nach dem Krieg, die Inflationszeit beeinträchtigten die Entwicklung der Wehr in ihrem technischen Aufbau und bereiteten mancherlei Schwierigkeiten.

1920 - 1921

Ein besonderes Ereignis in dieser Zeit war der Bahnhofsbrand am 22. April 1920, der dazu beitrug, der Einwohnerschaft die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Feuerwehr vor Augen zu führen. Auch zur Überlandhilfe wurde unsere Wehr wiederholt gerufen, unter anderem am 9. August 1921 nach Memmingen. Dort war durch den Brand mehrerer Häuser die ganze Altstadt gefährdet.

1924

Im Jahre1924 wurde die Feuerschutzabgabe erstmals eingehoben; diese Abgabe war auf 50 Pfennig für jeden Raum pro Jahr festgelegt, die sowohl der Mieter als auch der Hausbesitzer zu entrichten hatte. Die Stadt schaffte sich mit dieser Abgabe die Voraussetzung zur Modernisierung des Kemptener Feuerlöschwesens.

1926

1926 beging die Wehr in schlichter Weise ihr 70jähriges Bestehen.

1927 -1928

Der folgende Zeitraum bis zu den Anfängen der dreißiger Jahre ist hauptsächlich dadurch gekennzeichnet, daß die Wehr durch die Unterstützung der Stadt auf einen sehr hohen technischen Stand gebracht werden konnte. Durch diese Förderung wurden moderne Löschgeräte beschafft. Damit war es auch möglich, den hohen Mannschaftsstand bei den Spritzenkompanien mit Recht zu verringern, da die Leistung motorisch angetriebener Spritzen die Leistung der Handdruckspritzen um ein Vielfaches übertraf.

1929

Im Jahre 1929 erhielt die Wehr die erste automobile Drehleiter mit 26 m Auszugslänge und allen technischen Neuerungen; außerdem wurden die oberen Räume der Autohalle an der Illerstraße für Unterrichtszwecke ausgebaut.

1931 - 1933

Im Jubiläumsjahr 1931 waren die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse von dunklen Schicksalswogen überschattet. In solcher Notzeit beschränkte sich die Wehr darauf, das 75jährige Bestehen in einfacher Weise zu begehen. Ein ausführlicher Jubiläumsbericht gab Zeugnis von der aufstrebenden Entwicklung und aufopfernden Tätigkeit der Wehr in den zurückliegenden Jahren. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Mitgliederzahl nur noch 360 Mann, sowie 7 Ehrenmitglieder und 6 Ehrennadelinhaber.

 

Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Löschtaktik setzten sich durch: der Innenangriff löste den Außenangriff ab. Dadurch erreichte man eine wirksamere und schnellere Brandbekärnpfung. Hierbei mußte jedoch an den Schutz der Einsatzkräfte gedacht werden, was vor allen Dingen zur Einführung des Atemschutzes führte.

 

Damit fand eine Zeitepoche ihren Abschluß, innerhalb der die Wehr einen außerordentlichen Aufschwung nehmen konnte. Die Wehr hatte sämtliche Prüfungen in Ehren bestanden und bei allen Bränden ihre Schlagkraft bewiesen.

 

Ende der zwanziger Jahre entstand der Begriff des Einheits-Feuerwehrmannes. Durch selbst geschaffene Übungsvorschriften wurde in der Ausbildung von dem noch überall in Bayern betriebenen Nummernsystem auf die Dreiteilung des Angriffs übergegangen und die Truppeinteilung eingeführt. Unsere Wehr wurde bei der Berufsfeuerwehr München in leichtem und schwerem Gasschutz ausgebildet; Kleingasschutzgeräte wurden beschafft.

 

Im Jahre 1933 wies die Wehr in ihrem Jahresbericht darauf hin, daß sie es bisher vermied, sich in den Dienst irgendeiner politischen Richtung zu stellen; unbeirrt von den Meinungsverschiedenheiten des Tages hatte sie sich nur ihren Aufgaben gewidmet, die auch durch die damaligen politischen Ereignisse keine Änderung erfahren hatten.

1934 - 1945

1934 erfolgte eine grundlegende Neueinteilung. Der Löschzug und die Ordnungs-kompanien blieben bestehen. Die Steigerkompanie und die 4 Spritzenkompanien wurden aufgelöst und durch 3 selbständige Abteilungen ersetzt, wobei zugleich auf die Wohnlage der einzelnen Wehrmänner Rücksicht genommen wurde. Die Neueinteilung der Wehr hatte eine Anzahl älterer Wehrmänner veranlaßt, vom Feuerwehrdienst zurückzutreten. Diese Wehrmänner wurden mit Anerkennungsschreiben seitens des Landesbranddirektors und des Führungsstabes der Wehr geehrt.


Mit der Eingemeindung eines großen Teils der Gemeinde St. Lorenz im Jahre 1935 hatte die Wehr die in den eingemeindeten Teilen bestehenden selbständigen Freiwilligen Feuerwehren übernommen. Dabei wurden diese Feuerwehren unter ihren bisherigen Kommandanten und nunmehrigen Abteilungsleitern weitergeführt.


Im gleichen Jahre genehmigte die Stadt die Mittel für eine neue Feuermelde- und Alarmanlage.


Darüber hinaus kam man im Hinblick auf die erfolgten Einsätze zu der Erkenntnis, dass dem Atemschutz erhöhte Bedeutung zukommt. Es wurden schwere Atemschutzgeräte in größerer Anzahl beschafft und die Ausbildung an diesen Geräten verstärkt.


Der Ausbau der genehmigten Feuermelde- und Alarmanlage wurde 1936 fertiggestellt. Sie diente als Ersatz für die im Jahre 1921 erstellte Anlage. Die Zentrale befand sich in der Polizeiwache und hatte eine Nebenanzeigeeinrichtung in die Löschzughalle in der lllerstraße. Die Telefonanlage wurde gleichzeitig erweitert und die Abteilung 2 der Wehr in eine Weckerlinie einbezogen. Insgesamt wurde eine Leitung im Ausmaß von 20km verlegt.


Die seit 1914 erhobene Feuerschutzabgabe kam 1938 in Wegfall. Hauptwachtmeister Hermann Ade, der schon damals seine Führungseigenschaften vielfach unter Beweis gestellt hatte, wurde zum neuen Wehrführer ernannt und zugleich als Kreisbrandinspektor für den Bezirksverband Kempten-Stadt bestimmt


Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurden zahlreiche Wehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. Den Sicherheits- und Hilfsdienst übernahmen viele frühere Wehrmänner. Besondere Ausbildung galt dem Luftschutz.


 

Auf Anordnung wurde im Herbst 1939 eine Jugendfeuerwehr gegründet.

 

Die Fliegeralarme und die Aufgaben des zivilen Luftschutzes stellten an die Wehr vielfältige und vermehrte Anforderungen.

 

Hohe Belastungen brachte auch der Sonn- und Feiertagswachdienst, der die Bereitschaft einer Löschgruppe über den ganzen Tag erforderte.

 

1941 ging die Wehr als erste Siegerin im Leistungswettkampf der Stadtfeuerwehren im Bezirk Schwaben hervor.

 

Zur Erhöhung der Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehren wurde 1944 die Zusammenfassung in Feuerwehrbereitschaften angeordnet. Die Freiwilligen Feuerwehren von Schelldorf, Lenzfried, Leubas und Hegge wurden der Bereitschaft Kempten (Allgäu) zugeteilt. Diese wurde bei zahlreichen Fliegeralarmen gerufen und war selbst während schwerer Angriffe auf München und Augsburg dort eingesetzt. Am 7. Dezember 1943 rückte um 1.45 Uhr die Bereitschaft (damals nur Kempten (Allgäu)) erstmals nach München ab. Die Einsatzleitung hatte das Luftaufsichtskommando Süd. Die Anfahrt zu den Einsatzstellen führte durch brennende Häuserreihen und Straßen, die nur notdürftig vom Schutt befreit waren. Unsere Wehr stand zum ersten Mal Bränden in einer bisher nicht gekannten Ausdehnung und Heftigkeit gegenüber. Nur durch selbstlosen und mutigen Einsatz konnte erreicht werden, dass wichtige Gebäude vor der Zerstörung bewahrt blieben. Davon berichtet heute noch eine in Bronze gegossene Gedenktafel im Turmaufgang der Theatinerkirche in München.

Auch in unserer Heimatstadt waren vermehrte Einsätze nach Luftangriffen zu bewältigen.

 

Am 27. April 1945 erfolgte der Einmarsch amerikanischer Truppen in Kempten (Allgäu). Der kurzfristig unterbrochene Übungsbetrieb konnte bereits am 11. Mai 1945 wieder aufgenommen werden.

 

Einheiten der damaligen Feuerschutzpolizei ließen verschiedentlich Geräte zurück. So gelang es unserer Wehr, ein Löschfahrzeug LF 25, ein Tanklöschfahrzeug TLF 15 und eine Drehleiter DL 22 zu bekommen. Diese Fahrzeuge wurden von der Stadt nachträglich käuflich erworben.

 

Die Feuerwehren waren aufgrund des Reichsgesetzes über das Feuerlöschwesen aus dem Jahre 1938 bis zum Jahre 1945 der Polizei unterstellt und hatten auch polizeiliche Aufgaben zu erfüllen.

 


1946 - 1954

Das neue Gesetz über das Feuerlöschwesen trat am 17. Mai 1946 in Kraft. Es war die Grundlage für die Bildung Freiwilliger Feuerwehren auf der Basis von Vereinen nach bürgerlichem Recht.

Neben der Pflichtaufgabe der Gemeinde, den ausreichenden Feuerschutz sicherzustellen, wurde es Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr, in Vereinen das Eigenleben durch Satzung zu regeln. Die von der Mitgliederversammlung genehmigte Satzung wurde am 21. Juli 1949 im Registergericht eingetragen.

Durch den Krieg war eine starke Reduzierung des Mannschaftsstandes eingetreten. Durch heimkehrende Kameraden konnte die entstandene Lücke bald wieder geschlossen werden.

Zur Ausbildung des Nachwuchses wurde eine Ausbildungsabteilung ins Leben gerufen. Ihre Leitung wurde von Oberbrandmeister Hans Weber übernommen und die Ausbildung in vorbildlicher Weise durchgeführt.

1955 - 1958

Für den im Oktober 1955 in Dienst gestellten Kranwagen wurde ein eigener Bereitschaftsdienst eingerichtet, um für den Einsatzfall über eine zuverlässige Mannschaft zu verfügen. Diese ist auch heute noch als Kranwagen-Bereitschaftsdienst vorhanden.

Ein erheblicher Teil der Brände beruhte auf Mängel, die bei rechtzeitiger Erkennung und Beseitigung einen Schadensfall verhindert hätten. Diese Erkenntnis führte zur Einrichtung der Brandschau. Weil der Freiwilligen Feuerwehr keine amtlichen Befugnisse zustanden und der erforderliche Zeitaufwand nicht zumutbar war, wurde in Kempten (Allgäu) auf Initiative des Kommandanten Hermann Ade die hauptamtliche Brandschau durch die Stadt eingeführt.

Schon im Jahre 1939 erkannten die Stadtverwaltung und die Feuerwehr, dass die Unterbringung der Feuerwehr in den Garagen an der lllerstraße unzureichend war. In Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Feuerwehr wurde ein großzügiges Bauprojekt nach umfangreichen Planungen und Beratungen ausgearbeitet, das die Zustimmung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern fand. Um optimale Einsatzbedingungen zu schaffen, sah bereits die damalige Planung die Erstellung eigener Werkstätten im Feuerwehrhof, sowie die Einrichtung der gesamten Feuermelde und Alarmanlage vor. Außerdem wurden mehrere Wohnungen eingeplant.

Aufgrund der ständig zunehmenden Verkehrsunfälle wurden in Bayern als erstem Bundesland die Feuerwehren zur Bildung von Notstandseinheiten aufgerufen. Die Feuerwehren waren die einzigen Organisationen, die durch ihre Ausrüstung und durch das Vorhandensein eines entsprechenden Alarmsystems am raschesten Hilfe zu leisten in der Lage waren, unabhängig davon, ob es sich um eine Katastrophe, Hilfeleistung in Einzelfällen oder um eine Tierbergung handelte. Die im Jahre 1956 gewonnenen Erkenntnisse über die Bildung von Notstandseinheiten wurden sehr bald verwirklicht. Die ersten in Bayern geschaffenen Notstandsanhänger wurden bei der Freiwilligen Feuerwehr Kempten (Allgäu) stationiert.

Mit zu den schönsten Ereignissen zählte das im Jahre 1956 begangene 100-jährige Gründungsfest, verbunden mit einem Schwäbisch-Bayerischen Feuerwehrtag.

Zu den Veranstaltungen waren mit 4.000 Feuerwehrmännern, Abordnungen aus über 30 bayerischen Stadt- und Landkreisen gekommen. Die führenden Männer Bayerns zollten der Stadtfeuerwehr Dank und Anerkennung. Die Tagespresse berichtete, dass Tausende von Zuschauern den Umzug zum lllerstadion besuchten. Das Stadion war bei den Vorführungen bis auf den letzten Platz gefüllt. Den Organisatoren dieses Festes wurde nicht nur der Dank aus der Bevölkerung Kemptens, sondern auch die Anerkennung durch die anwesenden Gäste ausgesprochen. Besondere Verdienste hat sich hier stellvertretender Kommandant Philipp Schmid erworben, bereits seit 20 Jahren Zugführer des Löschzuges 1 und seit 2 Wahlperioden Stellvertreter von Kommandant Hermann Ade.

Bei den zunehmenden Einsätzen zeichnete sich bereits damals ab, dass die technischen Hilfeleistungen gegenüber den Brandeinsätzen in den Vordergrund traten.

Die bereits vorhandene Atemschutzwerkstätte wurde ausgebaut und den Feuerwehren des ganzen Allgäuer Raumes zugänglich gemacht. Verschiedene neue Fahrzeuge und Gerätschaften konnten in den Einsatzdienst übernommen werden.

Der Verein erhielt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit.

1959

Ein schwarzer Tag für die Kemptener Feuerwehr war der 7. April 1959, als bei einem Großbrand in einer Zwirnerei zwei der tüchtigsten Feuerwehrmänner im freiwilligen Dienst für den Nächsten ihr Leben lassen mussten. Die ganze Stadt trauerte um die aktiven Feuerwehrmänner Franz Köpf und Karl-Heinz Templer. Die Stadt Kempten (Allgäu) ehrte diese beiden Männer, indem sie zwei Straßen nach ihnen benannte.

1961 - 1964

Umfassende Vorbereitungen ermöglichten es 1961, mit der bereits 1939 begonnenen Planung des neuen Feuerwehrhofes fortzufahren. 1962 wurde der erste Spatenstich an der Rottachstraße ausgeführt.

Am 13.August 1964 konnte der erste Bauabschnitt des Feuerwehrhofes durch Oberbürgermeister August Fischer der Feuerwehr übergeben werden. Dadurch war es möglich, die in verschiedenen Stadtteilen untergebrachten Einsatzfahrzeuge des Löschzuges 1 zentral unterzubringen und gleichzeitig geregelte Ausbildungsmöglichkeiten für die Gesamtfeuerwehr Kempten (Allgäu) zu schaffen.

Die Feuerwehr-Einsatzzentrale wurde von der Polizeiwache in den neuen Feuerwehrhof verlegt und gleichzeitig damit das Funk- und Alarmierungswesen verbessert. Mit der Inbetriebnahme dieser Zentrale richtete die Feuerwehr auf freiwilliger Basis einen Dienst rund um die Uhr ein.

Bereits damals bestand Einigkeit darüber, dass ein Weiterbau notwendig sei und möglichst in Bälde zur Ausführung gelangen sollte.

Im Jahre 1964 trat ein Führungswechsel bei der Stadtfeuerwehr ein. Nach fast 30jähriger Tätigkeit als hochverdienter und geschätzter Kommandant der Stadtfeuerwehr Kempten (Allgäu) trat Hermann Ade in den wohlverdienten Ruhestand. Oberbrandmeister Hans Wenk trat das nicht leichte Amt als Nachfolger an.

1966 - 1969

Als ein Jahr der Großbrände kann 1966 bezeichnet werden. Nach einem nächtlichen Brand im Gaswerk folgte der Brand der Orangerie, der den Feuerwehrleuten alles abverlangte. Es folgten der Wohnhausbrand in der Memminger Straße, der Brand einer Zimmerei in der Lindauer Straße und der Brand des Kolpinghauses in der Fürstenstraße. Gleichzeitig nahmen auch die technischen Hilfeleistungen zu.

Großes Augenmerk wurde auf eine laufende Verbesserung der Ausbildung wie auch auf die Verbesserung der Ausrüstung gelegt. Dank des Verständnisses des Oberbürgermeisters und des Stadtrates war es möglich, neue Einsatzgeräte zu beschaffen und für ältere Fahrzeuge, dem Stand der Technik entsprechend, moderne Einsatzfahrzeuge in Dienst zu stellen.

Eine heute noch bestehende Kameradschaftliche Partnerschaft mit Kempten am Rhein wurde 1967 gegründet und durch laufende gegenseitige Besuche vertieft.

Die Ausbildungsabteilung wurde aufgrund der erfolgten Gesetzesänderung vom 21. Oktober 1966 zu einer Jugendgruppe umgebildet und das eintrittsalter auf das vollendete 14. Lebensjahr festgesetzt. Erstmals in der Nach-Kriegsgeschichte konnten 14jährige in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen werden.

1970 - 1971

Eine Sonderausstellung der Feuerwehr im Rahmen der Allgäuer Festwoche 1970 fand starken Anklang und wurde auch vom Bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel besucht.

Kommandant Hans Wenk trat im November 1971 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Oberbrandmeister Karl Binai.

Mit seiner Amtsübernahme führte Kommandant Karl Binai zur gegenseitigen Information und Zusammenarbeit wöchentlich eine Dienstbesprechung ein. An dieser nehmen im Regelfalle der Kommandant und seine beiden Stellvertreter teil.

1972

Zum 1. Januar 1972 wurde erneut die Feuerschutzabgabe eingeführt An zweckgebundenen Haushaltsmitteln stehen dadurch jährlich rund 300000 DM zur Verfügung; dies stellt einen erheblichen Beitrag zur Förderung des Brandschutzwesens in der Stadt Kempten (Allgäu) dar.

Zum 30. Juni 1972 wies die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kempten (Allgäu) einen Personalstand von insgesamt 170 aktiven Mitgliedern auf.

Zum 1. Juli 1972 kamen die Gemeinden St. Mang und St. Lorenz zur Stadt Kempten (Allgäu). Damit wurden auch die Freiwilligen Feuerwehren von St. Mang, Lenzfried, Leubas, St. Lorenz und Hohenrad der Stadtfeuerwehr Kempten (Allgäu) unter Wahrung ihrer vereinsmäßigen Selbständigkeit angegliedert. Nach gemeinsamen Vorgesprächen, die in harmonischer und kameradschaftlicher Weise verliefen, war die Gewähr für einen reibungslosen Übergang gegeben. Es kann heute festgestellt werden, dass alle Feuerwehren des Stadtgebietes eine Gemeinschaft darstellen und in bester kameradschaftlicher Weise zusammenarbeiten.

Durch die beibehaltenen Feuer wehrstandorte ist die Gewähr dafür gegeben, dass die Ausrücke- und Anfahrzeit kurz gehalten wird und an jedem Standort für den Ersteinsatz ausreichende feuerwehrtechnische Einsatzgeräte vorhanden sind.

Mit Wirkung vom 1.Juli 1972 gibt es erstmals bei den Freiwilligen Feuerwehren aufgrund einer entsprechenden Gesetzesänderung einen Brandrat und als Stellvertreter Brandinspektoren. Von der Regierung von Schwaben wurden Kommandant Karl Binai zum Stadtbrandrat und die Oberbrandmeister Horst Hennig und Rudolf Steinherr zu Stadtbrandinspektoren bestellt.

In diese Zeit fällt auch die In-Dienst-Stellung des neuen Kommandowagens Ford-Transit mit kompletter Strahlenschutzausrüstung und der Leiterbühne LB 30. Mit dieser Beschaffung wurde gleichzeitig die Besetzung der Sonntagswache um einen Fahrzeugmaschinisten erweitert, um im Einsatzfalle sofort über dieses neuartige Rettungsgerät verfügen zu können.

1973

Große finanzielle Anstrengungen der Stadt Kempten (Allgäu) ermöglichten es 1973, insbesondere die Funksirenenalarmierung einzuführen und dadurch wesentliche Verbesserungen in der Alarmierung zu erzielen.

Um bei den Einsätzen stets ein verantwortliches Führungsdienstgrad zu haben, wurde das "Erweiterte Kommando" eingeführt. Dies setzt sich aus verschiedenen Dienstgraden zusammen, die abwechselnd wöchentlich als "Chef vom Dienst" tätig sind.

Am 1. Juli 1973 wurde bei der StadtverwaItung Kempten (Allgäu) das "Feuerwehramt" eingerichtet und dem Rechts- und Sozialreferat unter der Leitung von Stadtdirektor Herbert Schiek zugegliedert.

Der Aufgabenbereich umfasst

  • Brandbekämpfungsdienst mit der Organisation und dem unmittelbaren Einsatz des Personals und der sächlichen Mittel;
  • Koordination der Freiwilligen Feuerwehren nach Landesrecht;
  • Technische Hilfeleistung aufgrund gesetzlicher Regelungen oder auf freiwilliger Grundlage;
  • Strahlenschutz;
  • Vorbeugender Brandschutz unter begutachtender Mitwirkung im Baugenehmigungsverfahren im Besonderen und im Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz;
  • Brandschau;
  • Löschwasserversorgung und Unterhaltung von Löschwasserteichen mit Mitwirkung bei der Planung und Kontrolle der Wasserentnahmestellen;
  • Betrieb und Unterhaltung von Nachrichtenanlagen für die Feuerwehr;
  • Planung, Entwurf und Bau solcher Anlagen;
  • Beschaffung und Verwaltung von Feuerwehrinventar und Feuerwehrbedarf;
  • Mitwirkung beim Rettungsdienst;
  • Mitwirkung beim Katastrophenschutz;
  • Ausbildung des eigenen PersonaIs und der Freiwilligen Feuerwehren.

Für den Bereich der umfangreichen Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten wurden seitens der Stadt Kempten (Allgäu) mehrere fachlich geschulte Gerätewarte eingestellt, die aus den einschlägigen Berufen kamen, so dass die Feuerwehr heute in der Lage ist, alle anfallenden Arbeiten selbst zu verrichten.

Auf vereinsmäßiger Ebene kann die Gründung des feuerwehreigenen Spielmannszuges genannt werden, der heute über 40 Mitglieder zählt.

1974

Den bisher größten technischen Einsatz hatte die Stadtfeuerwehr am 30. April 1974, als die im Bau befindliche Autobahnbrücke der A7 in die Leubas stürzte. Das über 23 m lange Mittelstück der Leubastalbrücke stürzte mit 21 Bauarbeitern ca. 16m tief in die Leubas. In dem Wirrwarr von 430 t Beton und 110 t Eisen bestand akute Ertrinkungsgefahr für die abgestürzten und eingeklemmten Bauarbeiter durch die angestaute Leubas. 350 Feuerwehrmänner mit 19 Fahrzeugen waren über 10 Stunden im Einsatz.

Besonders glücklich kann sich die Kemptener Feuerwehr schätzen, dass sie mit Dr. Walter Menninger einen hervorragenden Arzt für den Feuerwehrdienst gewinnen konnte. Dadurch ist auch die gesetzlich vorgeschriebene Tauglichkeitsuntersuchung für jeden Feuerwehrmann auf Feuerwehrdienst- bzw. Atemschutztauglichkeit möglich.

1975 -1976

Das Jahr 1975 war geprägt von den umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für das 100jährige Gründungsfest der Stadtteilfeuerwehr Kempten (Allgäu)-Lenzfried. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit der Freiwilligen Feuerwehren des Stadtgebietes konnte dieses Gründungsfest im Juni des Jahres 1976 erfolgreich durchgeführt werden.

Anlässlich dieses Gründungsfestes konnten kameradschaftliche Partnerschaften mit den Feuerwehren der Städte Quiberon in Frankreich und Bozen in Südtirol geschlossen werden, die durch regelmäßige gegenseitige Besuche bis heute weiter gefestigt wurden.

Ferner wurde zu Beginn dieses Jahres das neue Gerätehaus im Stadtteil Hohenrad fertiggestellt und durch Oberbürgermeister Dr. Josef Höß an diese Feuerwehr übergeben. Dieses Gerätehaus wurde ohne jegliche Entschädigung in Eigenleistung erstellt, wobei lediglich das Material seitens der Stadt beschafft wurde. Zugleich konnte der Feuerwehr Hohenrad ein Löschfahrzeug LF 8 sowie ein auf einem Anhänger aufgebautes Heuwehrgerät übergeben werden.

Mit einem Festabend wurde am 26. April 1975 das 75jährige Gründungsfest der Stadtteilfeuerwehr Leubas feierlich begangen.

Die ständig zunehmenden technischen Hilfeleistungen machten es erforderlich, weitere entsprechend moderne Fahrzeuge und Geräte zu beschaffen. So wurde ein neuer Rüstwagen RW 2 in Dienst gestellt und zwei gebrauchte NATO-Ford, in Eigenregie als Rüstwagen RW-Öl und RW-Wasser um- und ausgebaut, beschafft.

Im Erweiterten Katastrophenschutz wurden den Kreisverwaltungsbehörden diesbezügliche Einsatzzentralen zugeteilt. In der Stadt Kempten (Allgäu) wurde dieser Aufgabenbereich der Feuerwehr übertragen und die technische Ausstattung im Feuerwehrhof installiert. Darüber hinaus stellt unsere Feuerwehr im Erweiterten Katastrophenschutz einen Löschzug Wasser und einen Löschzug Rettung.

Im Frühjahr 1976 wurde Kommandant KarI Binai mit überzeugender Mehrheit wiedergewählt und von der Regierung von Schwaben als Stadtbrandrat in seinem Amt bestätigt. Als Stellvertreter wurde Horst Hennig bestätigt. WaIter Stoller wurde aIs Nachfolger von dem aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Rudolf Steinherr zum weiteren Stellvertreter gewählt. Beide wurden von der Regierung von Schwaben zu Stadtbrandinspektoren ernannt.

Erfreulicherweise war es in diesem Jahr auch möglich, überalterte Fahrzeuge durch neue zu ersetzen. So konnten ein neues Trockentanklöschfahrzeug Tro-TLF16 sowie ein Löschfahrzeug LF 16 mit Zusatzbeladung für technische Hilfeleistung beschafft werden.

Im Herbst des Jahres 1976 konnte die Freiwillige Feuerwehr Kempten (Allgäu) ihr 120jähriges Bestehen feiern. Mit einem großen Festabend in den Kornhaussälen durch alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Kempten(Allgäu) in Uniform und den festlich gekleideten Damen wurde dieses Jubiläum zum gesellschaftlichen Höhepunkt.

Beim Großbrand der Firma Metzeler in Memmingen leistete unsere Feuerwehr Überlandhilfe und war fast 24 Stunden im Einsatz. Hier bewährte sich vor allem die bewegliche AtemschutzfüIIstation.

1977 - 1981

Nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen mit der Stadt Kempten (Allgäu) konnte erreicht werden, daß am 1.Januar 1977 die Feuermelde- und Alarmzentrale im Feuerwehrhof rund um die Uhr mit hauptamtlichem Personal besetzt wurde. Diese Einrichtung ist in der heutigen Zeit aus dem Einsatz- und Dienstbetrieb der Feuerwehr nicht mehr wegzudenken.

Im Mai des Jahres 1977 konnte die Tauchergruppe der Stadtfeuerwehr ihr 25jähriges Gründungsjubiläum feiern. Bei einem Festakt und einem Kameradschaftsabend erinnerte man sich der Gründung dieser Sondereinheit innerhaIb unserer Feuerwehr.

Neben dem regulären Dienstbetrieb waren die Jahre 1975 bis 1977 voll in Anspruch genommen durch die Beratung und Mitarbeit bei der Planung des zweiten Bauabschnittes der Erweiterung des Feuerwehrhofes, wofür das Feuerwehramt durch Oberbürgermeister Dr. Josef Höß als Fachamt bestimmt wurde.

Ein besonderer Tag in der Geschichte der Stadtfeuerwehr war der 23. September 1977, als mit dem ersten Spatenstich durch Oberbürgermeister Dr. Josef Höß im Beisein von Vertretern der Regierung von Schwaben, des Bayerischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz und den schwäbischen Brandräten und Brandinspektoren der offizielle Baubeginn des Erweiterungsbaues gegeben war.

Mit den Kommunalwahlen im Jahre 1978 wurde erstmals aus dem Stadtrat ein eigener Beauftragter für die Feuerwehren bestellt. Stadtrat Elmar Holzmann übernimmt dieses Amt, ein mit den Feuerwehrbelangen Vertrauter, der gleichzeitig Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Kempten (Allgäu) St. Mang ist.

Im Jahre 1978 wurde der in unzähligen Einsätzen bewährte, aus dem Jahre 1940 stammende Kranwagen verschrottet und durch einen Magirus-15-Tonnen- Kran ersetzt.

Der bundesweit einheitlich festgelegte Notruf 112 wurde im Jahre 1979 auch in unserem Bereich eingeführt und bei der Stadtfeuerwehr das Notrufsystem ’73 installiert. Mit dem zusätzlichen münzfreien Notruf trat eine wesentliche Verbesserung in der Frage der Alarmierung der Feuerwehr ein.

In den Jahren 1978 und 1979 schritten die Bauarbeiten zum Erweiterungsbau zügig voran. Am 7. Dezember 1979 konnte dieser zweite Bauabschnitt durch Staatssekretär Neubauer vom Bayerischen Staatsministerium des Innern offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Zum Festakt und zur Übergabe gaben zahlreiche namhafte Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, der Regierung von Schwaben, des Bayerischen Sprechergremiums, der Berufsfeuerwehren München und Augsburg, der Führungskräfte der örtlichen und überörtlichen Feuerwehren sowie der Stadt Kempten (Allgäu), des Landkreises Oberallgäu und aus Industrie und Wirtschaft der Freiwilligen Feuerwehr Kempten (Allgäu) die Ehre ihrer Anwesenheit.

Für die tatkräftige Unterstützung bei diesem Bauvorhaben sei nochmals an dieser Stelle allen, die sich besonders mit Rat und Tat eingesetzt haben, der aufrichtige Dank ausgesprochen. Insbesondere seien hier Oberbürgermeister Dr. Josef Höß mit dem gesamten Stadtrat, das Bayerische Staatsministerium des Innern, die Bayerische Versicherungskammer, das Bayerische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz, die gesamte Stadtverwaltung, und hier besonders Herr Stadtdirektor Herbert Schiek, genannt.

Mit dieser Erweiterung konnte der bisher in der Gerätehalle im Lyzeum stationierte Alarmlöschzug 2 mit seinen Einsatzfahrzeugen zum Feuerwehrhof verlegt werden. Das Lyzeum diente bis zu seiner Sanierung 1997 teilweise aIs Lager- und Vorratsraum.

Mit der Stationierung beider Alarmlöschzüge im Feuerwehrhof sind optimale Voraussetzungen (rund um die Uhr besetzte Zentrale, Einsatzfahrzeuge für zwei Alarmzüge und Sonderfahrzeuge) für den Einsatzdienst gegeben.

Darüber hinaus dürfen jedoch die einzelnen Stadtteilfeuerwehren nicht vergessen werden. So wurden, für die Standorte am Stadtweiher, am Mariaberg, in Leubas und St. Lorenz neue Gerätehäuser erstellt bzw. die bestehenden Gebäude durch An- und Umbauten verbessert.

Ende des Jahres 1979 und Anfang des Jahres 1980 musste die Freiwillige Feuerwehr Kempten (Allgäu) kurz hintereinander ihre beiden Ehrenkommandanten zu Grabe tragen. Am 25. November 1979 starb unerwartet Ehrenkommandant Hans Wenk im Alter von 66 Jahren; am 6. Januar1980 verstarb Ehrenkommandant Hermann Ade im Alter von 86 Jahren. Hermann Ade war neben seiner Führungstätigkeit in Kempten der erste Geschäftsführende Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren Bayerns und hatte in dieser Tätigkeit bis zum Jahre 1974 maßgeblichen Anteil am Aufbau der bayerischen Feuerwehren. Die Stadtfeuerwehr wird ihren hochverdienten Kommandanten ein ehrendes Gedenken bewahren.

Aufgrund der immer mehr zunehmenden Einsätze und technischen Hilfeleistungen muss die Feuerwehr stets bemüht sein, immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. So konnten 1980 und 1981 beschafft werden:

  • ein Mehrzweckfahrzeug VW-Kombi
  • ein Schaum- und Wassermonitor
  • ein Einsatzleitwagen ELW 1
  • ein Löschfahrzeug LF 16 mit Zusatzbeladung für technische Hilfeleistung
  • ein Tanklöschfahrzeug TLF 24/50

Im Jubiläumsjahr 1981 konnte ein Versorgungs-LKW in Dienst gestellt werden.

Nicht nur im örtlichen Bereich ist die Stadtfeuerwehr Kempten (Allgäu) ein fester Bestand der Gesellschaft, auch im überörtlichen Bereich ist sie in zahlreichen Gremien vertreten. Kommandant und Stadtbrandrat Karl Binai, war zugleich Jugendbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehren Bayerns und dadurch Mitglied des Bayerischen Sprechergremiums und des Deutschen Jugendfeuerwehrausschusses, wurde nach 4jähriger Amtszeit als stellvertretender Bundesjugendleiter im Jahr 1979 zum Bundesjugendleiter gewählt. Er war somit stimmberechtigtes Mitglied im Präsidium des Deutschen Feuerwehrverbandes und Delegierter beim Deutschen Feuerwehrverband. Seine Mitgliedschaft in der internationalen Jugendfeuerwehrkommission des CTIF, im Arbeitskreis zentraler Jugendverbände e.V. (AzJ), in der Vertreterversammlung des Bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverbandes (GUVV), im Landesausschuss der Bayerischen Landesfeuerwehr-Unterstützungskasse und die Präsidentschaft des Bayrischen Feuerwehrverbands ist für die Stadtfeuerwehr Kempten (Allgäu) von hohem Wert. Die Stadtfeuerwehr selbst ist Mitglied in der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (VFdB), im internationalen Bodenseefeuerwehrbund und im Verein Bayerisches Feuerwehrheim e.V., wo regelmäßig an Tagungen und Sitzungen teilgenommen wird. Im schwäbischen Bereich trifft sich die Führungsspitze der Stadtfeuerwehr Kempten (Allgäu) neben den turnusgemäßen Brandratstagungen in Schwaben regelmäßig mit der Führung der Feuerwehren der kreisfreien Städte Memmingen und Kaufbeuren zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Zum Bestand der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Kempten (Allgäu) können noch die Mitglieder der Freiwilligen Werkfeuerwehren der Firmen Edelweiß-Milchwerke, Elektroschmelzwerk, und 4 P-Nicolaus Kempten zugerechnet werden. Mit den Geschäftsleitungen, Sicherheitsbeauftragten und den jeweiligen Kommandanten finden alljährlich zweimal Informationsgespräche statt, was sich als sehr positiv für die Zusammenarbeit mit den Werkfeuerwehren im Einsatz sowie auf kameradschaftlichem Sektor erwiesen hat.

Im Jahr 1981 gleichzeitig Jubiläumsjahr des 125-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Kempten (Allgäu) betrug der Mitgliederstand der Stadtfeuerwehr 342 aktive Wehrmänner, 19 Ehrenmitglieder, 23 Träger der Ehrennadel, 15 Träger der Ehrenspange und 35 passive Kameraden. Wenn man hierzu die Mitglieder der weiteren Freiwilligen Feuerwehren zählt, so ergibt sich ein Stand von 549 aktiven Wehrmännern. Mit den Mitgliedern der sechs anerkannten Werkfeuerwehren von insgesamt 150 Mann, leisten im gesamten Stadtgebiet 699 Mann freiwilligen aktiven Feuerwehrdienst.

Ein besonderes Anliegen unserer Wehr war es immer, eine einsatzgerechte Ausbildung zu betreiben und durch den Besuch der verschiedenartigsten Lehrgänge und Fortbildungsveranstaltungen das erworbene Fachwissen weiterzugeben und entsprechend zu verwenden.

Zugleich wird auf die Pflege der Kameradschaft größter Wert gelegt, da diese für den Zusammenhalt der Freiwilligen Feuerwehr ein unerlässlicher Bestandteil ist.

Bestandteil der Kameradschaftspflege ist die vielseitige sportliche Betätigung. Auf überörtlicher Ebene kann hierbei der Riesentorlauf für die schwäbischen Feuerwehren, der seit dem Jahre 1978 alljährlich ausgetragen wird, besonders genannt werden.

Als selbstverständliche Aufgabe wird eine vertrauensvolle und kameradschaftliche Zusammenarbeit mit allen Hilfsorganisationen des Stadtgebietes angesehen. Diese Zusammenarbeit erfolgt auch bei gemeinsamen Übungen im Erweiterten Katastrophenschutz und bei kameradschaftlichen Ereignissen.

2003

Die Ära Karl Binai endete im April 2003 mit seinem 63´sten Geburtstag.  Bei der Mitgliederversammlung 2003 wurde Andreas Hofer zum neuen Kommandanten gewählt. Seine Stellvertreter wurden Dieter Scheuthle und Ralf Kuchenbuch.

2004

Im Hinblick auf die allgemeine Wirtschaftslage, wird es immer schwieriger die freiwilligen und ehrenamtlichen Kräfte für den Ausbildungs- und Einsatzdienst beim jeweiligen Arbeitgeber freizustellen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Finanzsituation der Kommunen und damit auf die Beschaffungsmaßnahmen der Feuerwehren.

Mitwirkung im Kuratorium "Sicheres Allgäu" und "Aktionsbündnis Allgäu".

Im November wurde das Feuerwehramt der Stadt Kempten mit Brandamtsrat Stephan Rudolph neu besetzt.

2009

Die Integrierte Leitstelle Allgäu nimmt ihren Betrieb auf. Dadurch werden zukünftig Feuerwehr und Rettungsdienst aus einer Leitstelle alarmiert.

2011

Die Tagwache geht Anfang Januar in Dienst. Damit sind von Montag bis Freitag von 06:00 bis 18:00 neun Kräfte in der Feuerwache verfügbar.

2012

Im Rahmen eines Festaktes werden von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer sieben neue Einsatzfahrzeuge in Dienst gestellt. Hierbei handelt es sich um ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20/16, drei baugleiche Löschfahrzeuge 10/6 zwei Mehrzweckfahrzeuge, sowie ein Audi Q5 als Kommandowagen.

2013

Durch den beruflichen Wechsel des bisherigen Amtsleiters Stephan Rudolph zur Berufsfeuerwehr München, übernimmt Brandamtmann Michael Fackler die Position des Amtsleiters. Michael Fackler war bisher im Amt für Brand- und Katastrophenschutz Leiter des Sachgebietes 2 "Gefahrenabwehr und Rettungsdienst".

2015

Nach 44 Jahren aktivem Feuerwehrdienst, davon 12 Jahren als Stellvertretender Kommandant und Stadtbrandinspektor, legt Dieter Scheuthle seine Ämter nieder und scheidet aus dem aktiven Dienst aus. Zu seinem Nachfolger in beiden Ämtern wird Stefan Hager gewählt.